Intakter Trend nach oben

By hsagra

Wenn die Rose sich schmückt, schmückt sie auch den Garten. Das neue Jahreshoch gibt dem DAX eine Ausstrahlung, die bislang jeden Korrekturversuch zunichte machte und alle Unkräuter der Angst am Boden hielt. So schloss das Börsenbarometer bei 6203 Zähler in robuster Verfassung. Als sich am vergangenen Dienstag eine kurze Rückwärtsbewegung durchsetzte, sahen viele Marktbeobachter bereits den Beginn einer Verschnaufpause. Doch der Druck vieler Investoren, die zum Jahresende in Erklärungsnot kommen, wenn ihre Depots nicht mit den Favoriten der Saison gefüllt sind, ließ diese Auszeit nicht zu. So antwortete der Markt schon am folgenden Tag mit einem neuen Rekord. Denn wie ein trockener Schwamm mühelos viel Wasser aufnimmt, kaufen die Lemminge des Trends das herauskommende Material sofort auf.  Optimisten erwarten, dass mit einer weichen Landung der US-Konjunktur die Chancen auf sinkende Zinsen steigen und bleiben deshalb voll investiert. Zumindest im Bereich der global agierenden großen DAX-Werte gibt man die langsam knapp werdenden Stücke nicht aus der Hand. Bevor nun der Markt korrigieren kann, was wellentechnisch durchaus möglich ist ohne den Haupttrend zu gefährden, muss er aber erst beweisen, dass er zu einer Korrektur überhaupt fähig ist. Nur wenn eine Trend-Unterbrechung von mehreren Tagen vorkommt, kann man davon ausgehen, dass die Kurse auf breiter Front etwas nachgeben. Andernfalls bleibt der Sog intakt und dürfte weitere Marktteilnehmer anziehen.  Börsen habe keine festen Größen, keine Grenzen und keine rein mathematischen Gesetze, sie verstehen nur die Sprache von Angebot und Nachfrage. Diese Binsenweisheit kann nicht oft genug wiederholt werden, weil sie gerade an den Klippsteinen einer Marktentwicklung am besten funktioniert. Ampel weiter grün.

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