Wie eine Hammelherde lassen sich die Börsen-Ängstlichen zur Zeit von den Optimisten vor sich hertreiben. Woche für Woche gibt es zwar Warnungen, dass der Markt überhitzt sei. Doch nach jeweils sieben Tagen steht der DAX meist erneut höher. So auch in der ersten Oktoberwoche. Nun sind wir bereits bei 6085 DAX-Punkten und haben wieder das alte Jahreshoch im Visier. Fällt auch diese Hürde, kann das Karussell erst richtig in Schwung kommen. Treiber der Bewegung sind Auslandskäufer, die deutsche Werte als günstig einstufen, Übernahmegefechte sowie das Reserve-Geld der zu früh Ausgestiegenen, die nun teilweise gegen ihre Überzeugung in den Markt zurückgeprügelt werden. Die zurückgefallenen Öl- und Rohstoffpreise geben Flankenschutz. Es scheint so, dass die massiven Verkäufe im Sommer dieses Jahres eine krasse Fehlentscheidung waren. Denn seitdem haben sich die Kurse bis auf wenige Ausnahmen gut erholt. Es wäre also nicht nötig gewesen, zu verkaufen. Weil seit dem Frühjahr 2006 vor allem viele Kleinaktionäre ihre Pakete abgaben, ist nun der Konvent weitgehend unter sich. Das erklärt die Stetigkeit des Aufschwungs, der eigentlich nur durch jeweils kleinere Gewinnmitnahmen unterbrochen wird. Der Markt entschied sich an der wichtigen Weg-Gabelung DAX 6000 für die Bergrichtung nach oben. Das ist eine Trend-Entscheidung, zumindest vorläufig. So lange keine wirkliche Euphorie herrscht und viele Anleger voller Sorge herumlaufen, als hätten sie morgen einen Zahnarzt-Termin, so lange kann das Hase-Igel-Spiel weitergehen, bei dem die Dauer-Investoren sagen: „Ich bin schon da!“ Ohne Rückkehr der privaten Investoren drohen allerdings Engpässe, da die potentiellen Käufer der Profi-Seite ihre Gelder schon weitgehend platziert haben. Meist wird daher empfohlen, erst bei Kursschwäche nach zu legen. Sofern keine neuen externen Einflüsse auftauchen, läuft der DAX robust weiter. Ampel grün.