Zweimal gab es in der abgelaufenen Woche Brems-Meldungen. In Deutschland kühlte der Ifo-Geschäftsklimaindex ab. In Amerika entwickelte sich die Wirtschaft nicht so stark wie vermutet. Dieses ökonomische Stirnrunzeln hatte für die Aktienkurse aber keine negativen Auswirkungen. Im Gegenteil. Weil damit gleichzeitig die Angst vor schnell steigenden Zinsen schwindet, zogen die Werte an. Am Freitagabend erreichte das deutsche Börsenbarometer mit über 5700 Zählern sogar wieder seinen Stand von Ende Juni. Dieses Wochenplus von über vier Prozent gibt dem Markt mentale Stärke, um die nächste Runde der Berichtssaison zu überstehen.
Deutet sich nun auch in Euroland eine Zinspause an, würde das den Markt stützen. Charttechnisch haben die Aktienkurse aber bereits eine Zone erreicht, von der aus Rückschläge nicht überraschen sollten. Denn schon zweimal prallte der Index im Bereich von 5700 Punkte ab. Außerdem kann man damit rechnen, dass durch den steigenden Euro bald wieder von Belastungen für deutsche Exportwerte gesprochen wird. Das wäre für die Kurse negativ. Die Kämpfe im Nahen Osten spielten keine beherrschende Rolle. Hier dominiert die Hoffnung auf Krisen-Eindämmung. So lange es nicht zu einer weiteren Eskalation kommt, dürfte von dieser Ecke keine edrohung der Börsenkurse mehr ausgehen. Signal nun wieder grün
Hans Schmid