Archive for April, 2006

Aktien, Gold, Zinsen – alles steigt, oder was?

April 23, 2006

Dreimal unterbrach der Aktienmarkt in diesem Jahr seinen Superlauf nach oben. Dreimal meinten viele, damit sei jeweils eine Spitze erreicht. Doch jedes Mal erwies sich diese Einschätzung als Bärenfalle.

Wer zu früh verkauft hatte, lief den Kursen wieder hinterher. Wer endlich einsteigen wollte, musste sein Abwarten mit höheren Preisen teuer bezahlen. Auch das „Osterloch“ geriet nach diesem Muster zum Durchlauferhitzer für Späteinsteiger. Innerhalb von drei Tagen katapultierte sich der DAX um über 200 Punkte nach oben auf den neuen Fünfjahres-Rekord von knapp 6100 Zählern. Steigender Ölpreis, steigende Zinsen, steigender Euro, steigende Rohstoffe – sämtliche Angstmomente der Vergangenheit zählten nicht. Die neue Börsenlogik sieht diese Belastungen gelassen. Schließlich stiegen Ölpreis und Zinsen schon in den letzten sechs Monaten deutlich an. Trotzdem gelang es offenbar den Unternehmen, ihre Gewinne auszubauen. Wäre der Rohöl-Anstieg nicht gewesen, wären die Erträge noch höher. Also rein in die Aktien! So die Optimisten.  Hinzu kommt, dass einige Unternehmen an der Energiedebatte gut verdienen, etwa Solarwerte oder auch Ölförderer und Ölverarbeiter. 

Aber: Von den realen Güter- und Geldströmen her können Aktien, Zinsen, Rohstoffe und Edelmetalle nicht über eine längere Periode hinweg alle gleichzeitig steigen. Mindestens einer der der Beteiligten liegt falsch. Man weiß nur nicht, wer.

Wieder aufwärts

April 19, 2006

Heute geschah das rebreak nach oben. Das System schaltet wieder auf grün.

Trendbruch

April 11, 2006

Wie vermutet dauerte es gerade mal zwei Tage (siehe letztes posting), schon kippte das Signal auf rot. Bis auf weiteres kann dem Markt  nun von der Shortseite her begegnet werden. Bislang waren 2006 diese "Pausen" im Aufwärtstrend aber immer relativ kurz.

Kalte Dusche in dünner Luft

April 9, 2006

Eigentlich hatte man schon länger damit gerechnet, dass einige Investoren ihren Kopf aus der Herde stecken und innehalten würden. Aber die magnetische Wirkung der runden Zahl war stärker. Gemeinsam marschierte der Zug der Lemminge über DAX 6000 und hievte das Börsenbarometer auf ein neues Jahreshoch bei 6047 Zähler. Erst als anschließend ein kollektiver Gewinn-Mitnahme-Trieb ausbrach, endete der Vier-Tages-Ausflug in höhere Gefilde mit einem Tritt in ein Mistloch. Die Börse gibt, die Börse nimmt.

Der DAX verlor innerhalb einer Stunde den gesamten Zwischengewinn der Woche und notiert nun bei 5950. Ein Reversal (!) Es sieht so aus, als ob viele Händler vor dem Osterurlaub noch schnell die Eier im Nest sichern wollten. Die Heftigkeit des Absturzes überraschte aber trotzdem. Offenbar hatten sich die viel beschworenen Nachzügler schon längst der Höhenwanderung angeschlossen. Somit gab es keine Käufer mehr, die das plötzlich auftretende Angebot aufnehmen wollten.

Bislang konnte der Markt schnelle Abverkäufe, wie wir sie am Freitag erlebt hatten, in verhältnismäßig kurzer Zeit verdauen. Ob es dieses Mal mit der Erholung auch wieder schnell geht, bleibt offen. Immerhin bedrohen den Aktienmarkt neben den Attacken von der Zinsseite zunehmend auch markttechnische Überhitzungen. Dazu kommen die aktuelle die Neu-Emissionswelle, die viel Kapital bindet sowie Umschichtungen in defensive Werte. Stutzig machte ferner, dass bei einigen Börsengängen blind gezeichnet wurde, also ohne Kenntnis dessen, was man hier einkauft. Das erinnert an die Jahre 1998/99. Bei aller Skepsis: Noch leuchtet das 20-Tage-Modell grün, die Grenzlinie ist aber verdammt nahe. Schon in zwei Tagen kann das Signal umkippen, wenn es nicht schnell zu einer Gegenbewegung nach oben kommt.

Schwankung um die Null-Linie

April 2, 2006

Wie ein Kaninchen vor der Schlange blieb die Börse vor der 6000-Punkte-Marke gebannt stehen. Trotz mehrfacher Anläufe konnte diese Hürde nicht genommen werden. Angesichts der weiter ansteigenden Zinsen kann dieser Stillstand aber als Fortschritt gesehen werden.Denn in „normalen“ Börsenphasen hätte ein so massives Rumpeln an der Zinsfront, wie wir es zur Zeit erleben, zu Verwerfungen geführt.

Dass der DAX trotz einiger Schwächezeichen das Ziel 6000 nicht aus den Augen verloren hat, zeigt seine innere Stärke. Die meisten Investoren glauben, dass es nach Überschreiten der 6000 Punkte-Grenze zu Verkäufen kommt, weil 2001 hier ein Zwischenhoch lag und die damaligen Neu-Einsteiger nun ihre Bestände wieder zum Einstand verkaufen könnten. Vermutlich haben sich diese „Fehlkäufer“ aber schon längst von der Börse verabschiedet, so dass dieser Effekt gering sein sollte. Jederzeit mögliche Konsolidierungen mit Einbrüchen von 100 oder 200 Punkte sind – wie bereits einmal dargestellt - "normal“. Wichtig ist nur, dass der langfristige Trend hält.Das 20-Tage-Modell zeigt weiter grün.