Dreimal unterbrach der Aktienmarkt in diesem Jahr seinen Superlauf nach oben. Dreimal meinten viele, damit sei jeweils eine Spitze erreicht. Doch jedes Mal erwies sich diese Einschätzung als Bärenfalle.
Wer zu früh verkauft hatte, lief den Kursen wieder hinterher. Wer endlich einsteigen wollte, musste sein Abwarten mit höheren Preisen teuer bezahlen. Auch das „Osterloch“ geriet nach diesem Muster zum Durchlauferhitzer für Späteinsteiger. Innerhalb von drei Tagen katapultierte sich der DAX um über 200 Punkte nach oben auf den neuen Fünfjahres-Rekord von knapp 6100 Zählern. Steigender Ölpreis, steigende Zinsen, steigender Euro, steigende Rohstoffe – sämtliche Angstmomente der Vergangenheit zählten nicht. Die neue Börsenlogik sieht diese Belastungen gelassen. Schließlich stiegen Ölpreis und Zinsen schon in den letzten sechs Monaten deutlich an. Trotzdem gelang es offenbar den Unternehmen, ihre Gewinne auszubauen. Wäre der Rohöl-Anstieg nicht gewesen, wären die Erträge noch höher. Also rein in die Aktien! So die Optimisten. Hinzu kommt, dass einige Unternehmen an der Energiedebatte gut verdienen, etwa Solarwerte oder auch Ölförderer und Ölverarbeiter.
Aber: Von den realen Güter- und Geldströmen her können Aktien, Zinsen, Rohstoffe und Edelmetalle nicht über eine längere Periode hinweg alle gleichzeitig steigen. Mindestens einer der der Beteiligten liegt falsch. Man weiß nur nicht, wer.