Aspirin und Anti-Baby-Pille am Trau-Altar: Das beugt vor gegen Börsenkopfweh und unerwünschte Kurskorrekturen. So setzte in der vergangenen Woche die Fusionsankündigung der Pharma-Sparte von BAYER mit Schering neue Fantasien frei. Man rechnete sofort mit Zusammenschlüssen auch in anderen Branchen und kaufte mögliche weitere Kanditaten ein. Motto: Einer wird gewinnen. In diesem Umfeld konnte der Markt nicht korrigieren, obwohl das viele Investoren erwartet hatten. So schraubte sich der DAX stramm nach oben und notiert nun mit 5973 Zähler. Die 6000 zum Greifen nahe.
Vor allem ausländische Anleger kaufen unbekümmert weiter.
Kurzfristig stimulieren also hauptsächlich Möglichkeiten für Übernahmegewinne. So notierte Schering monatelang zwischen 50 und 60 Euro. Nun werden dafür 86 Euro bezahlt. Dieser Unterschied macht sinnlich, gewiss. Denn auch in anderen Unternehmen stecken wohl ähnliche stille Reserven. Solange das neu entfachte „Wer-mit-wem-Puzzle“ weitergespielt wird, dürften die immer noch möglichen Kurs-Korrekturen deshalb wieder eher kurz und bescheiden ausfallen. Gefährlich könnte es allerdings werden, wenn die Börse in einen längeren Zinsschatten hineinsteuert und den Fusionsbastlern keine neue Idee mehr einfällt. Bis dahin aber gilt: 20-Tage-Modell bleibt grün.